WORUM ES IN DIESER EPISODE GEHT …

„Wie jeden Tag, an dem ich surfen gehe, beobachtete ich an einem Morgen in Frankreich am Strand den Zustand des Meeres und die Konditionen für die Wellen. In diesem Moment wurde mir klar: Das Meer, die Wellen, die Urkraft, die das Element Wasser in sich trägt – das kann doch 1:1 auf Projekte und Teams übertragen werden.“

So entstand sein Konzept, das Wellenmodell der Teamentwicklung und sein Workshop „RIDE THE TEAM WAVE“.

Es ist uns ein besonderes Vergnügen heute Jens Emrich in unserem Podcast zu haben. Er ist einer unserer Hosts, selbstständiger Projektmanager, leidenschaftlicher Coach für Teamentwicklung und Begleiter von Veränderungsprozessen. Er liebt das Meer und seine Besonderheiten. Sein Herzensthema sind Menschen und deren Zusammenspiel in Teams sowie Organisationen.
Wenn er in ein Projekt geht schaut er sich zuerst einmal die Menschen an, die an diesem Projekt beteiligt sind. Welche Aufgaben haben sie? Mit welchen Kompetenzen sind sie ausgestattet? Wie gehen sie damit um?

Da Projekte in der Regel an Menschen hängen hat er sich zum systemischen Coach im Businesscontext ausbilden lassen, um das Thema „Teams in Projekten“ professioneller begleiten zu können. Er schafft es, Teams voranzubringen und die Verantwortlichen für die Menschen in ihren Projekten zu sensibilisieren.

Was passiert mit Menschen in Teams? Was passiert, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander treffen? Wie entstehen welche Teamdynamiken? Was passiert in Konfliktsituationen? … sind Fragen, die ihm dabei helfen,Teams und somit auch Projekte zu beleben.

Seine 3 konkreten Tipps, die Du ab morgen direkt in Deinen Projekten anwenden kannst sind:

✨ Nimm dich als Projektleiter zurück und nehme Dein Team wahr. Beobachte, wie sie interagieren. Wer sind die Alpha-Tiere, wer zieht sich zurück und traut sich vielleicht nicht, in den Vordergrund zu treten.
Projektaufgaben überlagern oft unsere eigene Wahrnehmung. Wir sind durch den alltäglichen Leistungsdruck getriggert, rennen durch’s Projekt und müssen Termine einhalten. Einfach mal kurz innehalten und wahrzunehmen machen wir eher selten.

✨ Verwende Rituale, um den sicheren Umgang der Teammitglieder mit kritischen Momenten zu begleiten und zu gewährleisten.

✨Gehe in Vorleistung mit einem Geschenk beispielsweise in Form eines Vertrauensvorschuss mit einer persönlichen Geschichte, die zum Kontext des Projekts passt.

Das Wichtigste in Projekten ist Verlässlichkeit herzustellen und einen vertrauten Rahmen zu schaffen, in dem die Menschen so sein können wie sie sind. Allzu oft erlebt er leider immer wieder in Projekten, dass Menschen unter der Last ihrer Aufgaben zusammenbrechen oder mit der ihnen übertragenen Verantwortung nicht zu Rande kommen.

Wenn du wissen willst, was sein größter Game Changer war und was Surfen und Projekte gemeinsam haben, dann höre jetzt rein!

 

 

In dieser Episode sprechen wir mit Jens Emrich v. Kajdacsy über das Thema Teams. Was seine Erkenntnisse sind zum Thema Teams in Projekten und am Ende gibt er 3 Tipps an die Hand, die Du als direkt in Deinen Projekten einsetzen können.

Oliver: Die Teilnehmer sollten dich natürlich so ein bisschen kennenlernen. So stell Dir einmal vor, Du bist auf einer Party und jemand fragt Dich so zwischen Sektglas und Kanapees: Was machst du denn so? Welche Antwort gibst du darauf?

Jens: Ja, was mache ich denn so? Ich lebe mit meiner Frau und meinen zwei Kindern in Worms.
Ich bin selbstständiger Projektmanager und systemischer Coach. Und in diesem Umfeld bin ich in Projekten unterschiedlichster Komplexitätsstufen und Größenordnungen unterwegs, begleite Unternehmen auch in ihren Transformationen, in digitalen Transformationen vorwiegend, und im IT-Umfeld. Und dort bin ich in den Projekten sowohl in Projektmanagement, Methodiken, Strukturen unterwegs, bin aber auch dabei, eben auch Teams und Führungskräfte zu begleiten, damit sie durch ihre Projektwehen gut durchkommen.

Ich bin ganz viel in Projekten unterwegs, beschäftige mich aber nicht hauptsächlich mit Fachlichkeit und Methodik, sondern es geht mir eher um die Organisation, um die Strukturen und um die Menschen.

Ursprünglich bin ich Bauingenieur. Und wenn wir uns einfach einmal einen Hausbau als Bild nehmen, bin ich derjenige, der in ein Projekt geht und dort zum einen hilft, das Fundament zu legen, um das Projekt, also das Haus auch wirklich auf eine gesunde Basis zu stellen. Ich sorge dafür, dass die Materialien rechtzeitig zur Baustelle kommen, dass genügend Mitarbeiter auch mit anwesend sind, damit auch das Haus rechtzeitig gebaut wird und der Einzug gewährleistet ist. Was mich natürlich ganz besonders interessiert, das ist der Kit, das ist der Mörtel. Das ist das, was die Steine verbindet. Und das sind für mich die Menschen, die das Ganze zusammenhalten und nachher auch gewährleisten, dass dieses Haus auch nach Einzug nicht mehr einstürzt. Das könnte man vielleicht als Bild dazu sehen.

Oliver: Ja, ein schönes passendes Bild.
In unseren Episoden, die ein Interview haben, haben wir so ein paar Fragen, die wir immer unserem Gegenüber stellen, um so ein bisschen auch über seine Einstellung zu Projekten und das, was ihm in Projekten besonders wichtig ist, herauszukriegen. Die erste Frage lautet:

Projekte sind spannend, weil…?

Jens: … ich in Projekten immer auf Menschen treffe und Projekte nicht von einer Technologie, von einer Methodik, von Strukturen maßgeblich abhängen, sondern immer von den Menschen, die diese Projekte machen, die in diesen Projekten unterwegs sind. Und Menschen sind diejenigen, die Projekte zum Erfolg führen oder eben auch dafür sorgen, dass Projekte scheitern können.

Oliver: Ich habe mal so die Vermutung, dass du ein Menschenfreund bist. Kann das sein?

Jens: Ja, absolut und es wäre gut, wenn alle Projektmanager Menschenfreunde wären. Aber, da gibt es unterschiedliche Typen. Und es ist auch sehr spannend, eben dann mit diesen Projektmanagern dann immer wieder auch ein Stück weit genau das eben auch zu beleuchten, was für einen Projektmanager die Zusammenarbeit mit Menschen ausmacht.

Oliver: Ich glaube, allen Projektmanagern kann geholfen werden mit so ein bisschen Sensibilität. Und darüber wollen wir jetzt ja sprechen. Nächste Frage:

Was ist für dich das Wichtigste in Projekten?

Jens: Es ist auf jeden Fall wichtig eine Verlässlichkeit herzustellen. Das ist natürlich auch abhängig von Strukturen. Menschen brauchen natürlich auch Strukturen, um Menschen zusammenzubringen und zu sagen, wir haben jetzt ein Projekt, ein Vorhaben, wir möchten etwas bauen, ob es jetzt in der IT oder im Bauwesen ist. Strukturen helfen, um einen Rahmen zu geben. Und das ist das zweite, was wichtig ist. Gib den Menschen einen Rahmen, in dem sie sich bewegen können!
Das Dritte ist, das kommt wirklich von der Seele, dieser Rahmen darf auch ein vertrauter Rahmen sein, wo sich Menschen immer treffen auf eine längere Zeit hin. Meistens sind diese Projekte längerfristig angelegt, gerade in den Transformationen, in denen ich unterwegs bin. Dort ist es immens wichtig, einen vertrauten Rahmen zu schaffen, in dem die Menschen eben auch so sein können, ein Stück weit eben, wie sie sind.

Oliver: Also ich bin vollkommen bei dir. Was ich in meinen Trainings auch immer propagiere, relativ früh, wenn ein Projekt einen stabilen Rahmen hat, wenn es eine Struktur hat, dann ist die Erfolgswahrscheinlichkeit höher. Und du packst jetzt noch einen ganz wichtigen Punkt dazu, was wahrscheinlich so deine Facette ist, diese Vertrautheit. Und die darf man natürlich auch bewusst schaffen. Die ist ja von Beginn an nicht einfach so da.

Nächste Frage: Jetzt stell dir einmal vor, auch wenn es ein bisschen schmerzhaft sein könnte, wenn du für das Berliner Flughafenprojekt verantwortlich wärst, was würdest du dann tun?

Jens: Ich lebe ja ein Stück weit eben in Projekten auch nach einem Leitsatz, den für mich Tom DeMarco geprägt hat. Tom DeMarco, ein amerikanischer Projektmanager, ein sehr weiser Mann, wenn es um das Thema Projektmanagement geht.
Er hat spannende Bücher geschrieben, unter anderem „Der Termin“, ein Projektmanagementfachbuch in Romanform, der mich quasi zum Thema Projektmanagement gebracht hat.

Tom DeMarco sagte immer: „Gib den richtigen Menschen die richtigen Aufgaben!“

Das ist für mich ein Leitsatz mittlerweile geworden. Es würde für mich bedeuten, in diesem Projekt erst einmal zu schauen, wahrzunehmen, welche Menschen sind in dem Projekt unterwegs. Welche Aufgaben haben sie? Mit welchen Verantwortungen, Kompetenzen sind sie ausgestattet und wie gehen sie damit um? Ich treffe oftmals Menschen in Projekten, die unter der Last ihrer Verantwortung zusammenbrechen, weil sie auch sicher für sich sind, dass sie dieser Verantwortung gar nicht gerecht werden können. Und das ist das, was ich mir am Berliner Flughafen mit Sicherheit anschauen würde. Und das wäre so eine der ersten Maßnahmen.

Oliver: Also, dass es passt. Dass die Leute, die eine Verantwortung haben für etwas Bestimmtes, dass sie dafür auch die Richtigen sind?

Jens: Ja, dass sie die Ressourcen haben, dass sie im Prinzip auch ihre Aufgabe quasi in sich integrieren können. Dass sie das, was sie mitbringen auch gewinnbringend einbringen können und zur rechten Zeit und am richtigen Ort eben auch platzieren können. Und das ist leider in Projekten oftmals nicht der Fall und einer der Key Facts, warum Projekte oftmals auch, aus meiner Sicht, scheitern.

Oliver: Und Großprojekte haben noch einmal eine besondere Facette. Und wenn dann Projekte, Großprojekte noch politisch geprägt sind, dann wird es richtig spannend.

Jens: Durchaus, weil da ist ja eine Gemengelage manchmal am Start, die ist einfach suboptimal. Wollen wir es einmal so ausdrücken.

Oliver: Ich habe Angst vor …?

Jens: … nicht vielem. Weil, aus meiner Historie, aus meiner Geschichte heraus, habe ich schon sehr vieles erleben dürfen und auch müssen, einige Schicksalsschläge, die ich auch in meinem Lebensverlauf eben auch, ja, mitbekommen habe. Aber ich habe nicht direkt Angst. Aber ich glaube, es wäre sehr schwer für mich, als Vater eines meiner Kinder zu verlieren.

Oliver: Ja, da kann ich mitfühlen.

Jens: Ich gehe nicht mit einem angstvollen Gefühl damit um. Aber es wäre, glaube ich, eine der schwersten Herausforderungen für mich in meinem Leben. Und das würde ich auch mit vielleicht mit dem Begriff Angst jetzt gleichsetzen, ja.
Schicksalsschläge oder Traumata, die in meinem Leben passiert sind, habe ich immer als Herausforderungen annehmen können, Gott sei Dank. Es hat natürlich eine gewisse Zeit gebraucht. Aber ich habe für mich auch immer die Opportunity dahinter gesehen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass Herausforderungen, Schicksalsschläge, was auch immer im Leben passiert, uns stärker machen können, wenn wir die richtigen Konsequenzen und die richtigen Schlüsse ziehen und es auch entsprechend in uns integrieren. Dann kann man auch damit so umgehen.
Es hat etwas mit Geisteshaltung zu tun. Das Mindset entwickelt sich auch unter diesen Herausforderungen. Und ich denke, es geht ja immer weiter.

Oliver: Du bist ja auch immer mal unterwegs. In Deutschland, auch in der Schweiz, wie ich weiß und dann bist du abends allein im Hotelzimmer. Was machst du denn dann? Wenn du deinen Job für deinen Kunden erledigt hast und die Zeit für dich hast und jetzt nicht im häuslichen Umfeld bist, was ist das, was du tust?

Jens: Es gibt im Prinzip zwei Dinge, die ich tue. Ich laufe sehr gerne, das heißt, ich habe eigentlich meine Laufschuhe, meine Laufsachen immer mit dabei. Und es findet sich immer irgendwo eine kleine Runde, die man noch einmal laufen kann. Weil, es ist wichtig, nach so einem Tag einfach noch einmal den Kopf durchzupusten, noch einmal mich selber zu erden und zu schauen, dass ich auch wieder in eine entsprechende Energie zurückkomme. Und das zweite ist, dass ich mich in der Regel dann auch auf dem Hotelzimmer zurückziehe, also suche jetzt keine Gesellschaft im Restaurant oder wie auch immer, sondern nutze, wie gesagt, eben die Möglichkeit, noch einmal Luft zu schnappen und danach mich zu regenerieren und wieder zurückzuziehen in die Ruhe.

Oliver: Ich kann das nachvollziehen. Ich bin ja auch viel unterwegs. Und gerade wir, die wir dann im Kundenauftrag unterwegs sind, stehen dann oftmals den ganzen Tag im Rampenlicht. Und wie viel Energie das gekostet hat, das sehen wir dann erst, wenn wir im Hotelzimmer angekommen sind. So könnte auch mein Abend im Hotelzimmer aussehen.
Letzte Frage, die ich dir stellen möchte:

Wenn du einen Wunsch frei hättest, Jens, was würdest du dann tun?

Jens: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich im Moment, das ist eine Momentaufnahme, dann würde ich im Moment gerne meine Frau schnappen und mit ihr, einfach für die nächsten drei Monate einmal verschwinden. Sie ist einer der Menschen, die mich in meinem Leben seit mittlerweile 16 Jahren sehr stark unterstützt, die der Anker für mich in unserem Zuhause ist, die sich im Prinzip eigentlich auch um die Basics kümmert, wenn ich unterwegs bin, die mir aber auch für alles, was ich tue, auch für Weiterentwicklung, Weiterbildung auch entsprechend den Rücken freihält. Und es ist lange genug her, dass wir uns zusammen auch einmal so eine Auszeit genommen haben. Und das wäre jetzt im Moment genau das, was sie verdient hätte.

Oliver: Wohin?

Jens: Ich muss halt ganz ehrlich sagen, wir haben da schon etwas Kleines geplant. Das geht in Richtung Staaten. Das ist etwas, was wir auch schon lange vorhaben, weil unsere Hochzeitsreise noch aussteht. Und dort uns eben auch ein paar schöne Flecken aussuchen, die eher so in der Natur liegen, Montana, Hawaii steht auf der Agenda.
Es ist ein Kontrastprogramm, aber es betrifft auch unsere Leidenschaften. Sie reitet unglaublich gerne, macht das jetzt seit ein paar Jahren schon nicht mehr praktisch, hat das früher sehr stark praktiziert.

Und Hawaii, weil ich noch nie dort war und eine meiner großen Leidenschaften ist das Wellenreiten. Und ich würde da gerne einmal den einen oder anderen Spot einmal anfahren und mich einmal auf das Surfbrett legen, hinauspaddeln, einmal gucken, ob ich mich auch traue, dann auch die Welle zur Küste zu nehmen. Mal schauen.

Oliver: Das hat schon einmal so ein bisschen einen Eindruck gegeben, was du für ein Mensch bist und mit was du dich auch inhaltlich beschäftigst und was dir in Projekten wichtig ist. Als nächstes würde ich gerne mit dir über dein Konzept sprechen, weil ich glaube, dass das sehr, sehr wertvoll ist für jeden, der in Projekten ist, ganz egal, ob Projektmanager oder auch Projektteammitglied.
Du bist ja einer unserer elf Hosts der Project Mastery Academy. Und in dieser Project Mastery Academy gibt es ja unser Strukturbild, wo wir diese vier konzentrischen Kreise haben, wo wir da sagen, in der Mitte ist der Mensch. Dann gibt es einen Kreis drumherum, das ist das Team. Dann gibt es einen Kreis für das Projekt. Und der äußere Kreis, den bildet dann so die Umgebung oder der Kontext. Da haben wir uns als Hosts also eingeordnet und unsere Angebote, die wir von der Project Mastery Academy nach draußen tragen, auch platziert. Und da gibt es ja einige Intensivworkshops, die wir durchführen dürfen. Einen davon gestaltest du.

Welcher Kreis ist deine Leidenschaft und was ist das Besondere an deinem Workshop-Format?

Jens: Ich bin seit mittlerweile 18 Jahren im Projektmanagement unterwegs, in Projekten unterschiedlichster Couleur. Ich habe relativ früh eben auch feststellen dürfen, dass, wie ich es vorhin schon gesagt habe, eben Projekte oftmals an Menschen hängen, das heißt auch, an Menschen, die in Projekten arbeiten, ihre Aufgaben vollziehen müssen. Und die arbeiten in der Regel in Teams zusammen. Und ich habe als Projektmanager, ob es jetzt als Projektleiter war oder als Projektmitarbeiter immer schon, sage ich einmal, auf einer unbewussten Art und Weise eben auch mit Menschen oder auf Menschen eingewirkt, mit Menschen zusammengearbeitet auf einer anderen Ebene.

Das heißt, ich habe das für mich selber schon bereits integriert und habe zu meinen Projektmanagementmethoden, die ich lernen durfte über die Jahre als Projektmanager auch dann ein weiteres Bauteil, einen weiteren Baustein mit hinzugefügt in meiner Ausbildung und habe mich eben vor anderthalb Jahren zum systemischen Coach im Businesskontext ausbilden lassen, um eben genau das, Thema Team und Mensch in Projekten, eben auch noch einmal professioneller begleiten zu können, um dahinter zu schauen, was passiert mit Menschen in Teams, in Projekten. Was passiert, wenn unterschiedlichste Teamdynamiken aufeinandertreffen? Wie werden Teamdynamiken impulsiert? Wie entstehen welche Teamdynamiken? Was passiert in Konfliktsituationen in Teams? Und das war noch einmal ein ganz wichtiger Baustein für mich, um das Ganze auch noch einmal entsprechend professionell, wissenschaftlich auch zu untermauern.

Oliver: Das heißt, jeder von uns hat ja irgendwie so eine Intuition und so ein Bauchgefühl und so eine Sozialisierung, wie man als Projektmanager oder Teilprojektleiter in Projekten umgeht. Manche können das intuitiv besser und andere nicht so gut. Und du hast dich jetzt intensiver genau mit diesem Thema auseinandergesetzt, hast da dir den Hintergrund erarbeitet und versuchst, du versuchst nicht nur, sondern, du schaffst es auch, in Projekten Teams richtig zu helfen und sie richtig voranzubringen.

Jens: Ja, in der Tat. Ja, und das durfte ich natürlich jetzt schon in der Praxis auch umsetzen. In den letzten zwei größeren Transformationen, die ich begleiten durfte, habe ich genau da eben auch den Schwerpunkt darauf gelegt, mich eben auch mit den Menschen mehr auseinanderzusetzen und die Verantwortlichen in den Projekten auch zu sensibilisieren, auf die Menschen und die Teams in ihren Projekten zu schauen. Mit einer entsprechend guten Resonanz, dennoch noch nicht mit der Durchdringung, wie ich mir das wünschen würde. Viele Teammitglieder haben damit auch resoniert. Wir haben verschiedene neue Methoden versucht, anzuwenden, haben die mit in die Teams mit hineingetragen, haben dort auch Menschen Gehör verschafft, die normalerweise, sage ich jetzt einmal, eher so die Hinterbänkler sind, die sich nicht trauen, in Teams auch einmal das Wort zu ergreifen. Und das sind alles Maßnahmen, die im Prinzip dort schon in den Projekten auch positiv gewirkt haben. Und, ja, das ist das, was ich dann irgendwann eben auch für mich selber mit in ein eigenes Konzept gegossen habe.

Oliver: Auf das Konzept würde ich gerne dann natürlich auch noch einmal eingehen. Ich habe noch einmal eine Nachfrage. Du bist also in Projekten quasi ein Begleiter, der das Projektteam unterstützt bei dem Blick auf die Teamprozesse und die Teamperformance und so weiter. Und wem gibst du dann Ratschläge? Dem Auftraggeber, dem Projektleiter?

Jens: Das ist immer ganz unterschiedlich. Es kommt auf die Auftragsklärung an. In den letzten beiden Projekten beispielsweise, in denen ich unterwegs war, war ich zum einen im ersten Teil in einer ganz eigenen anderen Rolle unterwegs. Und daraus hat sich eben der Bedarf ergeben, dass ich in einem anderen Bereich auch unterstützen durfte in Richtung Teamentwicklung.
Der Auftraggeber hat erkannt, dass es ein wichtiges Thema ist, dass da auch die Kompetenz einfach und auch das entsprechende Gefühl besteht auf meiner Seite und wurde dann gebeten, eben auch einmal einen Health-Check über einen gewissen Teilbereich zu ziehen. Dort haben wir dann ganz explizit eben auch das Thema Zusammenarbeitsmodelle, Teamzusammenarbeit, Teamentwicklung, Teamintegration beleuchtet. Und in dem Zuge haben wir dort auch die ein oder andere Maßnahme gezielt beziehungsweise auch ungezielt mit aufgenommen.

Oliver: So als Abfallprodukt.

Jens: Ein bisschen als Abfallprodukt, ja. Aber in der Tat sind diese Abfallprodukte die, die am meisten gewirkt haben. Ja, weil sie sich eben auch aus der Situation ergeben haben. Und das trifft es, weil, wie ich schon eingangs gesagt hatte, Menschen zusammenarbeiten, die dann eben entweder resonieren auf etwas, oder eben nicht resonieren. Und oftmals, wenn Methoden über etwas gestülpt werden vermeintlich, dann sträubt sich auch der Mensch an sich. Und wenn sich etwas aus dem Flow ergibt, ist es natürlich umso schöner, weil dann eben auch der Bedarf ganz anders an die Oberfläche tritt.

Oliver: Kann ich sehr gut nachvollziehen. Du hast mir eben das Stichwort gegeben: Dann tritt eine Wirkung ein. Welche Wirkung kannst du deinem Auftraggeber versprechen, wenn ihr in der Auftragsklärung seid. Was könnte er erwarten an positiver Wirkung durch jemanden, der das Team unterstützt?

Jens: Ja, das eine ist Transparenz und Verständnis für die Sache an sich, die oftmals gar nicht besteht. Man glaubt es kaum, wie viel Projektmitarbeiter im Projekt sitzen. Sie haben die Aufgabe bekommen. Viele kommen aus der Linienorganisation, werden, wie gesagt, in ein Projekt hineingesetzt, bekommen eine Aufgabe übergestülpt, die sie gegebenenfalls auch in der Linienorganisation gut können, die für das Projekt benötigt wird, aber das Gesamtbild, die Vision des Projektes ist nicht klar. Das Zielbild des Projektes, das gesamte, das eigentliche Zielbild des Projektes ist nicht klar. Und was wir erst einmal herstellen, ist ein klares Bild.

Oliver: Also, wenn es ein klares Zielbild gibt, wo jeder sich andocken kann, wo jeder sagt: „Ja, ich verstehe das Ziel und das macht für mich auch Sinn.“, dann ist das für mich ziemlich klar, dass man viel intensiver, engagierter und vielleicht auch performanter mitarbeitet, aufmerksamer mitarbeitet, als wenn man einfach nur so vor sich hin wurschtelt und sagt: „Sag mir, was ich machen soll! Ich kann eben das und das, kann ich ganz gut. Nun wirf mir einmal Arbeitspakete herüber und dann mache ich das!“

Jens: Absolut. Was wir ganz klar steigern, ist erst einmal die Effektivität. Ja, was müssen wir denn überhaupt machen? Aus dem Zielbild kann ich im Endeffekt ableiten: Was habe ich denn überhaupt zu tun? Im Nachhinein natürlich auch das Thema Effizienz. Wie mache ich es? Wie optimiert sind meine Prozesse? Bin ich der Richtige am richtigen Ort? Müssen wir gegebenenfalls noch weitere Mitarbeiter hinzuziehen, die Spezialknowhow haben, die dort noch weiter unterstützen? All das kann wirklich nur abgeleitet werden, wenn ein Verständnis für das Ziel des Projektes klar ist.

Oliver: Aber, du bist nicht dafür da, um im Team für gute Stimmung und Spaß zu sorgen, oder?

Jens: Primär nicht, aber das ist im Endeffekt eines der Abfallprodukte, was durchaus auch passieren kann.

Oliver: Es ist kein Selbstzweck, dass also jemand sagt: „Das brauche ich nicht, hier irgendwie so einen Typen, der sich die Stimmung im Team anguckt. Die Leute sollen gefälligst etwas schaffen! Die sollen ihre Projektarbeit machen. Da brauchen wir keinen Menschen, der jetzt hier für gute Stimmung sorgt.“
Eigentlich ist es andersherum. Wenn ich Spaß an der Arbeit habe, wenn ich engagiert bin, wenn ich motiviert bin, wenn eine gute Stimmung, wie auch immer man das benennen darf, das hat ja ganz viele Facetten in so einem Team, wenn das eine gute Stimmung gibt, dann schlägt sich das, und ich glaube, das ist auch deine Erfahrung, sofort und unmittelbar auf die Arbeitsergebnisse nieder, oder?

Jens: Absolut, ja. Und dann gibt es eben noch einen ganz speziellen Punkt, den ich eben auch noch beleuchte. Das ist das Thema Konfliktpotenziale. Das eine ist ja, dass ich einen Rahmen schaffe, in dem das Team effektiv und nachher auch effizient arbeiten kann. Aber, es bleibt nicht aus im Projekt, ob es jetzt durch Impulse von außerhalb des Projektes quasi getriggert ist oder auch von intern vom Team, dass eben Konfliktpotenziale auftreten, sei es jetzt zwischen dem gesamten Team, zwischen zwei Teammitgliedern, zwischen Team Lead und einem Teammitglied oder umgekehrt. Konflikte sind an der Tagesordnung.

Oliver: Und die sind natürlich so ein Bremsschub. Die hindern ja die Projektarbeit. Das wissen wir ja selber, wenn wir irgendwie einmal Trouble haben, auch im privaten Umfeld, da denken wir und denken wir und denken wir permanent nur an das eine, dass wir uns ärgern über uns oder den anderen oder über beide. Und das bringt ja wirklich die Performance sofort in den Keller.

Jens: Ja, weil ein Team ein System ist. Wenn die eine Systemkomponente ein Problem hat, dann hat das automatisch direkte Auswirkungen auf den Rest des Systems.
Und das natürlich nachher auch auf die Leistung, ganz klar. Und das ist das, was im Endeffekt gesehen wird. Und an dem wird das Team in der Regel innerhalb eines Projektes eben von Programmen oder Projektsponsoren, von der Projektleitung gemessen. Das wird gesehen. Aber, in der Regel werden die Ursachen nicht gesehen. Und deshalb ist es auch so wichtig, meines Erachtens, dass es Menschen gibt, die auch in Teams hineingehen können, die diese Konfliktpotenziale erkennen können, Dysfunktionen, die auftreten und Hilfestellungen leisten. Und das sehe ich als eine meiner maßgeblichen Aufgaben, diese Dysfunktionen und Konfliktpotenzial aufzulösen.

Oliver: Und weil es oftmals das System selber nicht erkennt, sondern es jemanden außerhalb des Systems braucht, um das zu identifizieren und auch aufzuzeigen.

Jetzt nochmal kurz zu deinem Konzept. Ich finde das so toll, weil du so eine schöne Metapher entwickelt hast, was Projektteams betrifft mit einem anderen Thema. Du hast das so schön miteinander verknüpft. Und das ist ja alles irgendwie so stimmig, dass man glaubt, das gehört irgendwie zusammen. Mach es doch einmal konkret! Sag doch mal, was das ist! Und nenn vielleicht als erstes einmal den Titel von deinem Konzept!

Jens: Ich habe es das Wave Model, oder das Wellenmodell genannt und kommt daher, wie ich es auch schon gesagt hatte. Ich bin leidenschaftlicher, begeisterter Wellenreiter und Surfer. Und in der Tat ist es irgendwann einmal in Frankreich an der Küste entstanden, dass ich morgens zum Strand gegangen bin, mein Surfbrett wie jeden Tag in den Sand gelegt habe und mir erst einmal die Konditionen, den Zustand auf dem Meer angeschaut habe. Und da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, dass das Wellenreiten sehr viel auch mit dem Thema Projektmanagement und mit dem Thema Teamentwicklung zu tun hat, genau. Und das ist im Prinzip eigentlich die Analogie, die sich durch mein Wellenmodell zieht und aus dem heraus ich eben auch das Konzept für einen Workshop entwickelt habe. Und das beruht im Prinzip darauf, dass all das, was ich beim Wellenreiten tue, sei es die Vorbereitung, die Wahrnehmung der unterschiedlichsten Begebenheiten, die sich an diesem Tag, an dem ich surfen will auf dem Meer, mir darbieten, darstellen, mit einbeziehe in das, was ich tun möchte. Ich habe ein Vorhaben. Ich gehe surfen. Surfen, Wellenreiten ist nicht einfach nur ein Sport, sondern es ist etwas, was auch mit gewissen Impacts verbunden ist. Ich muss erst einmal durch die Brandung nach draußen ins Lineup kommen.

Das kann durchaus hinderlich sein. Das Lineup ist im Prinzip der Platz, an dem sich all diese Surfer zusammenrotten. Wie gesagt, wenn man das schon einmal beobachtet hat, das ist die Rudelbildung. Dort sitzen die Surfer und warten auf die perfekte Welle. Und um da herauszukommen, muss ich mich erst einmal durch die Brandung kämpfen. Und ich kenne das aus Projekten. Wir müssen uns gerade am Anfang durch ein Projekt erst einmal durchkämpfen, bis wir wissen, bis wir die Klarheit haben, was wir zu tun haben.

Für mich ist Wasser eines der spannendsten und der kräftigsten, der mächtigsten Elemente, die es auf diesem Erdball gibt. Wir selber bestehen zu, ja, zu Beginn unseres Lebens aus neunzig Prozent Wasser. Am Ende sind es noch siebzig Prozent. So oder so, auf jeden Fall maßgeblich viel Element tragen wir in uns. Und ich bin der Auffassung, dass jeder Mensch und gerade Teams, diese Urkraft, die dieses Element trägt, in sich vereinen. Und wenn ich draußen auf dem Meer sitze, und auf die Welle warte, dann schaue ich nach draußen auf das weite Meer und sehe die Wellen schon hereinrollen. Und die kommen aus Tausenden von Meilen über den Ozean, über den Atlantik an die französische Küste geschwappt und tragen diese Urkraft in sich und sind bereit, sich an der Küste zu brechen und sich zur Welle zu formen.

Die Wellenentwicklung selber hat vier Stufen, um es einmal so zu sagen. Und die sehe ich beim Team in der Teamentwicklung genauso. Und das ist auch die Analogie, die ich herstelle. Wenn sich die Welle das erste Mal aufbaut, dazu braucht sie einen Impuls, eine Sandbank, ein Riff, eine Felsformation, auf die sie trifft. Und dieser Impuls gibt der Welle das erste Mal die Möglichkeit, sich zu bilden. Und dann ist es natürlich an der Welle, an der Kraft, die die Welle in sich trägt, im Prinzip auch zu einer Welle zu werden, die die Idealform hat. Und das wäre dann, wenn der Surfer durch den Green Room beispielsweise oder die Tube, du hast sie Röhre genannt, auch die Tube oder der Barrel genannt, durch den der Surfer dann im Endeffekt durch die Welle durchreitet. Oder was wir in Frankreich eher haben, das ist ein Sandstrand. Dort haben wir Sandbänke. Dort reiten wir die Welle von oben herunter. Auch das ist möglich.

Oliver: Und das ist dann der Moment, wo wir so die perfekte performante Teamarbeit haben?

Jens: Genau, wenn die Welle in ihrer Idealform ist, dann kann sie in der Regel nichts mehr aufhalten als der Strand und die Küste. Und so ist es bei Teams genauso. Wenn Teams in ihrer Idealform sind, wenn sie in sich in einem Flow sind, dann kann ihnen nichts mehr passieren. Dann können Impulse, die von außen kommen, einfach verpuffen.

Oliver: Sehr schön. Schöne Analogie. Du bist ja einer unserer Hosts und von der Project Mastery Academy und da integriert ist ja auch dein Workshop, den du mindestens einmal in diesem Jahr 2019 noch durchführen wirst. Wer Interesse hat, der kann ganz einfach auf unsere Website dein Workshop-Konzept finden.

Zum Ende noch einmal ein paar Fragen, vielleicht dem einen oder anderen so ein Nugget liefert und ein paar auch aus dem Kontext der Teamzusammenarbeit in Projekten vielleicht noch einmal ganz konkrete Hinweise gibt, was sie in ihren Projekten ab morgen auch tatsächlich anwenden können.

Was sind die drei Sachen, die ein Leser ab morgen in seinen Projekten wirklich konkret einsetzen kann?

Jens: Das erste ist, was ich selber auch schon in Projekten festgestellt habe, dass das Projekt-Doing, dass Projektaufgaben oftmals unsere eigene Wahrnehmung überlagern. Wir sind getriggert. Wir rennen durch das Projekt, müssen unsere Aufgaben termingerecht abgeben, nehmen uns aber viel zu wenig die Zeit. Und gerade Teamleads, habe ich dann auch beobachtet, sich die Zeit zu nehmen, einmal zurückzulehnen und einfach nur einmal in die Wahrnehmung zu gehen.
Zu beobachten. Das, was ich morgens mache, wenn ich beim Wellenreiten am Strand sitze, einfach einmal zu schauen: Was passiert denn da draußen auf dem Meer? Zu schauen, was passiert mit meinem Team. Zu schauen, wie sind die Interaktionen. Wer kann miteinander? Wer kann vielleicht nicht miteinander? Aber, da würde ich als Nugget noch mit hineingeben. Schaut einmal darauf, wer sind die Alphatiere, die sich immer vorne hinstellen, die die Show machen.
Die erkennt man relativ schnell. Aber, gerade die, die sich immer zurückziehen, wir haben den nächsten Workshop, das nächste Meeting, die sich immer nach hinten auf die letzte Bank setzen, die sich berieseln lassen vermeintlich, die aber vielleicht einfach sich nicht trauen, auch einmal den Mund aufzumachen.

Oliver: Das war der erste konkrete Tipp. Nimm dich mal zurück als Projektleiter und beobachte mal die Teamszenerie! Und ziehe deine Schlüsse daraus, wie du den einen oder anderen vielleicht auch noch fördern kannst!

Was ist dein zweiter Tipp?

Jens: Was ich sehr gerne anwende, sind Rituale. Für mich sind Rituale ganz wichtig, um spezielle Projektsituationen oder Teamsituationen entsprechend abzufangen, vielleicht auch abzuschwächen, zu entschärfen und ihnen auch, ja, eine gewisse Gewohnheit zu geben, so dass sich das Team daran gewöhnen kann.
Also der Umgang mit vermeintlich kritischen Projektsituationen, die zu ritualisieren.
Bis das Team in einer ganz bestimmten Art und Weise etwas, damit in einer ganz bestimmten Art und Weise immer umgeht.
Dass sie wissen, wie sie damit umgehen müssen, sodass auch diese kritischen Momente nicht mehr als kritischen Momente empfunden werden, sondern auch eine Sicherheit eintritt, weil oftmals diese kritischen Projektsituationen Unsicherheiten hervorrufen. Und das hat natürlich wieder einen Impact auf das Projekt an sich und auch die Leistung, die das Team nachher abliefert.

Was könnten solche kritischen Situationen sein?

Jens: Kritische Situationen vermeintlich für viele vielleicht nicht die kritischste Situation, aber beispielsweise, ein neues Teammitglied kommt in das Team. Und das löst etwas mit dem Rest des Teams aus.
Oder auch Teammitglieder gehen weg und müssen ersetzt werden. In diesem Fall spreche ich gerne eben auch von einem Trauerritual. Weil wenn Teammitglieder ein Team verlassen, dann müssen die verbliebenen Teammitglieder damit umgehen können. Gut, die einen freuen sich vielleicht, weil sie sagen: „Okay, jetzt sind wir den endlich los.“
Es gibt aber auch viele, die beispielweise sagen: „Schade. Selber gekündigt, weil er mit dem Projekt nicht mehr zu Rande gekommen ist. Aber er wird uns fehlen.“ Und wie gehe ich damit um, also auch Trauerrituale zu etablieren, um einfach sicherzustellen, dass das Team auch gut damit umgehen kann.

Dritter Tipp?

Jens: Für Teamleads kann ich empfehlen, wenn beispielsweise neue Teammitglieder in das Team kommen, aber auch, wenn besondere Situationen im Team auftreten, quasi mit einem kleinen Geschenk in Vorleistung zu gehen. Ich mache das gerne, wenn ich in ein Projekt neu komme, sitze das erste Mal in einer Teamsitzung mit dabei und dann kommt diese, ja, unvermeidliche Vorstellung. Und über meinen Namen und meine Profession, wo ich herkomme hinaus, gebe ich auch immer ein kleines Geschenk in die Runde.
Das ist kein Kuchen, obwohl das auch gerne angenommen wird. Aber, in dem Falle ist es so, dass ich einfach eine kleine persönliche Geschichte von mir erzähle. Sofern das in den Kontext passt. Was diese kleine Geschichte, dieses kleine Geschenk bewirkt, ist, im Prinzip eigentlich schon einen Vertrauensvorschuss in die Runde zu geben, in das Team zu geben und an diesen vertrauten, vermeintlich vertrauten Rahmen, wenn er existiert, eben andocken zu können.

Oliver: Genau, du machst dich nahbar. Du öffnest dich. Und du ermöglichst es, wie du so schön sagst, dass man eine Beziehung aufbaut, dass man an dich andockt.

Was ist dein größter persönlicher Game Changer in Projekten?

Jens: Das geht relativ schnell. Den Game Changer kenne ich noch nicht ganz so lange, seit circa ein, anderthalb Jahren. Aber, es ist in der Tat so, in jedem neuen Team, in dem ich auch die Möglichkeit habe, zumindest eben zu inspirieren und mit anzudocken, sage ich ganz klar, der Code of Honor. Der auf deutsch Ehrenkodex heißt, ist für mich der Game Changer überhaupt. Was mache ich mit dem Code of Honor? Ich schaffe eine gemeinsame Wertebasis für das Team, für alle Teammitglieder, zu dem alle Teammitglieder nachher auch ja sagen dürfen. Wir schreiben also in den Code of Honor auch Werte oder Prinzipien, zu denen jedes der Teammitglieder auch stehen kann, die uns aber ermöglichen, gerade in heißen Zeiten und wer hat noch nicht in Projekten heiße Zeiten erlebt, sehr hilfreich sind.
Es ist durchaus hilfreich, einen kleinen Rahmen zu haben, auf den man sich auch gegenseitig wieder berufen kann und den auch jedes Teammitglied ansprechen darf und sollte.

Oliver: Vielen Dank, lieber Jens. Und für diejenigen, die Jens und auch mich und die anderen Hosts einmal live kennenlernen wollen, mit minimalem Ressourceneinsatz, also ein eintägiger Workshop, der auch relativ für kleines Geld zu haben ist, haben wir noch einen Tipp für unsere Zuhörer: unser PM Kickoff.
Das hat gerade heute, wo wir die Episode aufnehmen, gerade in der letzten Woche stattgefunden. Wir waren begeistert von der Resonanz von den dreißig Teilnehmern dieses Wortshops. Das nächste Mal findet er statt am 10. und 11. Mai, danach am 28.6., im September und im November.

Und wie ihr das schon wisst, im Podcast haben wir immer nochmal ein spezielles Angebot für euch. Mit dem Code „PODCAST2019“ könnt ihr euch auf der Website www.pmkickoff.com ein Ticket zur Hälfte des Preises sichern. Das heißt für 95 Euro, inklusive Mehrwertsteuer seid ihr an solch einem Tag dabei.

 

Shownotes

Dankeschön, dass Du Dir die Folge angehört hast oder sie gelesen hast. Wenn Dir der PROJECT MASTERY Podcast und unser Blog gefällt und Du einen wertvollen Impuls mitnehmen konntest, dann teile sie gerne mit Deinen Freunden und gib uns eine Bewertung bei iTunes ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Wir freuen uns sehr über Dein Feedback.
Das hilft uns, diesen Podcast weiter zu verbessern und Dir die Inhalte zu liefern, die wertvoll und nützlich für Dich sind. Weiterhin wird er dadurch für Menschen aus Deinem Freundeskreis oder Netzwerk sichtbarer: https://apple.co/2Tf8zHT
Von Herzen Danke!

TEAM WAVE MASTERY WORKSHOP mit Jens Emrich:
https://www.ride-the-teamwave.com/#/wavemastery-workshop

Project Mastery Facebook:
https://www.facebook.com/projectmastery/

Project Mastery im Internet:
www.projectmastery.de

Erlebe eine neue Welt des Projektmanagements und lass dich inspirieren: www.pmkickoff.com.
50% Rabattcode auf alle Ticketkategorien für PMastery-Hörer und -Leser: PODCAST2019

Abonniere unseren regelmäßigen Newsletter mit Tipps und Erfahrungen für Dein Next Level im Projektmanagement. Jede Woche mit neuen Impulsen und Empfehlungen: www.projectmastery.de/nl

Wir freuen uns immer über ein Feedback. Schreib uns Deine Meinung auf Facebook, oder schreib uns an info@projectmastery.de eine E-Mail!